11 June 2026, 08:09

Dieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für mutige Kritik an Medien und Antisemitismus

Zentralrat: Nuhr deckt 'Doppelmoral' der Medien auf

Dieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für mutige Kritik an Medien und Antisemitismus

Der Satiriker Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden, der höchsten Ehrung des Zentralrats der Juden in Deutschland. Die Auszeichnung würdigt seine schonungslose Kritik an Medienvoreingenommenheit sowie sein Engagement gegen antisemitische Erzählmuster. Zu den früheren Preisträgern zählen die ehemaligen deutschen Regierungschefs Angela Merkel und Christian Wulff.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, lobte Nuhr dafür, dass er mit Doppelstandards in der Berichterstattung über Israel und das Judentum aufräumt. Schuster hatte zuvor deutschen Medien vorgeworfen, in ihrer Berichterstattung antisemitische Klischees zu reproduzieren. In seiner Dankesrede betonte Nuhr, dass Antisemitismus nicht allein ein Problem des rechten Rands sei, sondern auch in linken Kreisen und unter kulturellen Eliten existiere.

Zudem warnte Nuhr vor dem Rückgang unabhängigen Denkens und den Gefahren blinden Konformismus. Der muslimische Autor Ahmed Mansour würdigte ihn dafür, Meinungen zu äußern, die viele teilen, aber aus Sorge vor Konsequenzen nicht offen aussprechen. Der nach dem Rabbiner Leo Baeck benannte Preis ist mit einem Preisgeld von 15.000 Euro dotiert.

Die Auszeichnung unterstreicht Nuhrs Rolle im Kampf gegen Antisemitismus und mediale Verzerrungen. Seine Worte machten deutlich, wie dringend kritisches Denken und Ehrlichkeit in der öffentlichen Debatte sind. Der Preis bestätigt, dass diese Themen in Deutschland heute so relevant wie nie sind.

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