Cadolzburg kämpft mit 17-Millionen-Loch: Wie die Stadt die Haushaltskrise bewältigen will
Jonas SeifertCadolzburg kämpft mit 17-Millionen-Loch: Wie die Stadt die Haushaltskrise bewältigen will
Cadolzburg steht vor einer schweren Haushaltskrise – bis 2026 droht ein Fehlbetrag von bis zu 17,1 Millionen Euro. Die finanzielle Belastung der Stadt resultiert aus sinkenden Gewerbesteuereinnahmen, gestiegenen Betriebskosten und wachsenden Transferzahlungen. Trotz stabiler Einkommensteuer- und Mehrwertsteuereinnahmen muss die Verwaltung nun Wege finden, Ausgaben zu kürzen und die Effizienz zu steigern.
Die finanzielle Schieflage in Cadolzburg hat sich über Jahre aufgebaut. Während die Gewerbesteuereinnahmen zurückgingen, stiegen die Ausgaben für Material, Dienstleistungen und Transferleistungen an. Zwar halten sich die Einnahmen aus Lohn- und Mehrwertsteuer auf hohem Niveau, doch reichen sie nicht aus, um die wachsende Lücke zu schließen.
Um das Defizit zu verringern, plant die Stadtverwaltung eine Kombination aus Ausgabenkürzungen, betrieblichen Optimierungen und Maßnahmen zur Einnahmenerhöhung. Ein Vorschlag sieht vor, Gebühren für bestimmte kommunale Leistungen anzuheben. Zudem wird geprüft, ob Stabilisierungshilfen beim Freistaat Bayern beantragt werden können.
Ziel ist es, eine Liquiditätsreserve von rund fünf Millionen Euro zu halten. Dafür müssten zwischen sieben und elf Millionen Euro eingespart werden. Unklar bleibt jedoch, welchen wirtschaftlichen Aufschwung das Gewerbegebiet Schwadermühle West bringen könnte – konkrete Daten zu dessen Steueraufkommen oder Investitionsattraktivität im Vergleich zu anderen regionalen Projekten fehlen bisher.
Ohne zusätzliche Einnahmequellen könnte sich die Haushaltslücke weiter vergrößern. Die Verantwortlichen betonen, dass alle Anpassungen rechtlichen Vorgaben entsprechen und die Servicequalität für die Bürgerinnen und Bürger gewahrt bleiben muss.
Cadolzburgs Finanzplan setzt auf einen Ausgleich zwischen Sparmaßnahmen und behutsamem Einnahmenwachstum. Die vorgeschlagenen Schritte – von Gebührenerhöhungen bis hin zu Landesförderanträgen – sollen die Lücke von 12,4 bis 17,1 Millionen Euro schließen. Der Erfolg hängt davon ab, ob es gelingt, grundlegende Leistungen aufrechtzuerhalten und gleichzeitig in den kommenden Jahren die Ausgaben strikt zu kontrollieren.






