10 June 2026, 14:21

Bremens PUA deckt mysteriöse Löschungen und fehlende Akten in Senatoren-Affäre auf

Goldene Handschläge, gelöschte Chats und fehlgeleitete Dateien

Bremens PUA deckt mysteriöse Löschungen und fehlende Akten in Senatoren-Affäre auf

Bremens Bürgerschaft setzt Untersuchungsausschuss ein

Im November 2025 richtete der Bremer Landtag einen Untersuchungsausschuss ein, um die Entlassung von Senatoren zu prüfen. Den Anstoß gaben Vorwürfe über überhöhte Abfindungen auf Steuerzahlerkosten. Seitdem mehren sich Zweifel an der Transparenz von Regierung und Opposition.

Der Ausschuss, bekannt als PUA, ist befugt, alle relevanten Unterlagen anzufordern. Doch im Fall der Bildungsbehörde und der Senatorin Regine Komoss fehlte in den Akten eine zentrale Datei – obwohl die Behörde dem Gremium dreimal versichert hatte, alle Dokumente vorgelegt zu haben.

Ein anonymer Hinweis aus der CDU lenkte zunächst die Aufmerksamkeit auf gelöschte E-Mails im Zusammenhang mit der Affäre. Der Hinweis erwies sich jedoch als substanzlos, und die Quelle blieb unbekannt. Der Fraktionsgeschäftsführer der CDU, Tobias Hentze, behauptete zunächst, der Tipp stamme aus anonymer Quelle, änderte seine Aussage später – was Spekulationen über seine Motive schürte.

Bei weiteren Nachforschungen stellte sich heraus, dass in einem Signal-Chat zwischen Irene Strebl und Jan Fries, beide aus der Umweltbehörde, fünf Nachrichten gelöscht worden waren. Die Löschungen nährten Vermutungen über geheime Absprachen. Politische Beamte in Deutschland können zwar ohne Angabe von Gründen entlassen werden, behalten aber oft Anspruch auf vorzeitige, großzügige Pensionsregelungen.

Die jüngsten Sitzungen des PUA haben die Glaubwürdigkeit beider Seiten in Frage gestellt. Fehlende Dokumente und gelöschte Nachrichten deuten auf Lücken in der Rechenschaftspflicht hin. Die Ermittlungen dauern an, während weiterhin Fragen zur Angemessenheit der Abfindungen und zum Verhalten der Beteiligten offenbleiben.

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