Brandenburgs rot-schwarze Koalition zieht nach 100 Tagen erste Bilanz
Kuno GeislerBrandenburgs rot-schwarze Koalition zieht nach 100 Tagen erste Bilanz
Brandenburgs rot-schwarze Koalition hat ihre ersten 100 Tage im Amt erreicht. Die Zusammenarbeit von SPD und CDU hat bereits mit der Bewältigung zentraler politischer und finanzieller Herausforderungen begonnen. Erste Maßnahmen und langfristige Ziele nehmen nun konkrete Formen an.
Die Koalition hat ehrgeizige Pläne vorgelegt. Neue Gesetze sollen die Befugnisse der Polizei ausweiten, die Finanzierung der Kinderbetreuung reformieren und Tariftreue bei öffentlichen Aufträgen vorschreiben. Einige Sofortmaßnahmen wurden bereits umgesetzt, darunter beschleunigte Berufungsverfahren für Hochschulprofessoren und der Abbau von Bürokratie.
Aktuell laufen die Haushaltsverhandlungen für den ersten gemeinsamen Zweijahresplan. Das Ziel: Ein Milliardendefizit soll bis 2028 abgebaut werden. Um dies zu erreichen, sind in mehreren Ministerien spürbare Kürzungen vorgesehen. Bildung und Gesundheit sollen jedoch trotz der angespannten Finanzlage nur begrenzt betroffen sein.
Zusätzlichen finanziellen Druck übt ein jüngstes Urteil des Verfassungsgerichts aus. Die Anpassung der Besoldung für Beamte könnte das Land zwischen 300 und 600 Millionen Euro kosten. Dennoch zeigt sich die Koalition optimistisch und beschreibt ihre Partnerschaft als vertrauensvoll und frei von Reibungsverlusten.
Für den Herbst sind weitere Vorhaben geplant, darunter die Einführung einer Landarztquote und die Zulassung unbemannter Mini-Supermärkte. Doch bleibt Skepsis: BSW-Fraktionschef Niels-Olaf Lüders warnt, dass „davon nichts Gutes zu erwarten“ sei.
Die Koalition steht vor einer angespannten Haushaltslage, hat aber klare Prioritäten gesetzt. Durch Gesetze, Sparmaßnahmen und neue Politiken sollen sowohl akute als auch langfristige Probleme angegangen werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das Bündnis seine Versprechen einlösen kann.






