Bosnische Unternehmerfamilie Hastor sichert sich 20 Prozent an Grammer – was plant sie?
Bert BiggenBosnische Unternehmerfamilie Hastor sichert sich 20 Prozent an Grammer – was plant sie?
Die Familie Hastor, eine Gruppe bosnischer Unternehmer, hat sich einen beträchtlichen Anteil am bayerischen Autozulieferer Grammer gesichert. Ihre kombinierten Beteiligungen übersteigen mittlerweile 20 Prozent der Unternehmensanteile. Dieser Schritt folgt auf ihre jüngsten Versuche, den Küchenhersteller Alno zu übernehmen.
Grammer ist spezialisiert auf Innenraumkomponenten für Personenfahrzeuge sowie Sitze für Nutzfahrzeuge. Die Investition der Familie hat den Aktienkurs des Unternehmens in diesem Jahr bereits um dreiviertel in die Höhe getrieben.
Nijaz Hastor, das Oberhaupt der Familie, hält über seine Firma Halog 10,2 Prozent der Grammer-Anteile. Seine Söhne Damir und Kenan kontrollieren über die Cascade International Investment knapp über 10 Prozent. Gemeinsam besitzen sie damit mehr als ein Fünftel des Unternehmens.
Bisher hat sich die Familie Hastor noch nicht an die Unternehmensführung von Grammer gewandt, um über ihre Beteiligung zu sprechen. Das Unternehmen wiederum zeigt sich nicht im Bilde über mögliche Pläne für weitere Aktienkäufe. Nach den aktuellen Regelungen kann die Familie ihre Anteile noch weiter ausbauen, ohne ein Pflichtangebot für eine Übernahme abgeben zu müssen – solange ihre Beteiligung unter der 30-Prozent-Marke bleibt.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Hastors in der Automobilbranche für Aufsehen sorgen. 2016 stoppte ihr Unternehmen Prevent vorübergehend die Lieferungen an Volkswagen und legte so die Produktion in mehreren Werken lahm. Der Vorfall unterstrich ihren Einfluss in der Lieferkette und ihre Bereitschaft, mutige geschäftliche Entscheidungen zu treffen.
Die wachsende Beteiligung der Familie Hastor an Grammer hat bereits spürbare Auswirkungen auf den Aktienkurs des Unternehmens. Mit Spielraum für weitere Anteilserwerbe könnten ihre nächsten Schritte die zukünftige Ausrichtung von Grammer prägen. Der Autozulieferer steht nun vor einer ungewissen Phase, während er auf Klarheit über die langfristigen Absichten der Familie wartet.






