28 March 2026, 20:15

BGH-Urteil: Bauunternehmen muss mangelhaften Landwirtschaftssilo komplett sanieren

Nahaufnahme einer gebrochenen und verwitterten Straßenoberfläche mit tiefen, breiten Rissen.

BGH-Urteil: Bauunternehmen muss mangelhaften Landwirtschaftssilo komplett sanieren

Ein jahrelanger Rechtsstreit um einen mangelhaften Landwirtschaftssilo hat mit einem endgültigen Urteil sein Ende gefunden. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied, dass ein Bauunternehmen die Mängel an einer 2010 für einen Landwirt errichteten Befahrsilage vollständig beheben muss. Das am 27. November 2025 verkündete Urteil setzt dem jahrelangen Hin und Her vor verschiedenen Instanzen ein Ende.

Der Fall begann im September 2010, als das Bauunternehmen den Silo für den Landwirt fertigstellte. Kurz darauf traten Risse und unebene Flächen auf, die Zweifel an der Standfestigkeit der Konstruktion aufkommen ließen. 2013 leitete der Landwirt ein selbstständiges Beweisverfahren ein, um das Ausmaß der Schäden feststellen zu lassen.

2015 reichte der Landwirt Klage ein und forderte 120.000 Euro als Vorschuss für die notwendigen Reparaturarbeiten. Das Landgericht Ansbach gab ihm zunächst in vollem Umfang recht. Das Oberlandesgericht Nürnberg reduzierte die zugesprochene Summe später jedoch um ein Drittel – mit der Begründung, der Landwirt trage eine Mitschuld an den Problemen.

Der Streit landete schließlich vor dem Bundesgerichtshof, der die gekürzte Entschädigung aufhob. Das Gericht urteilte, dass das Bauunternehmen sämtliche Reparaturkosten übernehmen muss, und verschärfte damit die Haftungsstandards für Baufirmen. Diese Entscheidung steht im Einklang mit jüngeren BGH-Urteilen, die die Einwendungsmöglichkeiten von Bauunternehmen einschränken – etwa durch strengere Regeln bei "Neu für Alt"-Abzügen bei Mängelbeseitigungen und klarere Abgrenzungen zwischen der Haftung von Bauunternehmern und Architekten.

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Das endgültige Urteil bestätigt, dass das Bauunternehmen die Mängel am Silo vollständig zu beheben hat. Der unter dem Aktenzeichen VII ZR 112/24 geführte Fall schafft einen Präzedenzfall für künftige Streitigkeiten über Baumängel in Deutschland. Eigentümer haben nun stärkere Rechte, wenn es um die Durchsetzung von Reparaturen geht, während Bauunternehmen weniger Spielraum haben, sich der Haftung zu entziehen.

Quelle