22 March 2026, 10:12

BGH entscheidet über Milliardenansprüche der Wirecard-Aktionäre am 13. November

Liniengraph, der die Anzahl der Bankrottfälle in den Vereinigten Staaten von 1995 bis 2011 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Wirecard: BGH prüft Ansprüche von Aktionären nach Insolvenz - BGH entscheidet über Milliardenansprüche der Wirecard-Aktionäre am 13. November

Bundesgerichtshof entscheidet über Milliardenschadenersatz für Wirecard-Aktionäre

Der Bundesgerichtshof (BGH) steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung im Streit um Schadenersatzforderungen von Wirecard-Aktionären. Rund 50.000 Anleger klagen auf insgesamt 8,5 Milliarden Euro Entschädigung – sie werfen dem zusammengebrochenen Zahlungsdienstleister vor, sie jahrelang getäuscht zu haben. Das Urteil, das am 13. November erwartet wird, wird zeigen, ob ihre Forderungen im laufenden Insolvenzverfahren Bestand haben.

Hintergrund des Rechtsstreits ist der spektakuläre Kollaps von Wirecard im Jahr 2020, nachdem ein milliardenschwerer Bilanzbetrug ans Licht gekommen war. Anleger wie die Union Investment behaupten, das Unternehmen habe seine finanzielle Lage und sein Geschäftsmodell systematisch verfälscht. Union Investment allein fordert 10 Millionen Euro Schadenersatz und wirft Wirecard vorsätzliche Täuschung vor.

Zuvor hatte das Oberlandesgericht München (OLG) entschieden, dass die Aktionäre ihre Ansprüche als reguläre Insolvenzforderungen geltend machen können. Der Insolvenzverwalter widersprach jedoch mit dem Argument, dass andere Gläubiger – etwa Banken oder ehemalige Mitarbeiter – Vorrang haben müssten. Nun muss der BGH klären, ob die Kaufentscheidungen der Anleger durch die Manipulationen Wirecards beeinflusst wurden.

Die Summen sind gewaltig, doch die Aussichten auf hohe Auszahlungen gering. Zwar belaufen sich die Forderungen aller Gläubiger auf insgesamt 15,4 Milliarden Euro, doch die Insolvenzmasse umfasst gerade einmal rund 650 Millionen Euro. Wie hoch die individuellen Ansprüche der Aktionäre genau sind, bleibt unklar – in den öffentlichen Unterlagen sind weder konkrete Beträge noch Fristen für die Anmeldung der Forderungen vermerkt.

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Mit seinem Urteil wird der BGH festlegen, ob Wirecard-Aktionäre überhaupt Entschädigungen aus der Insolvenzmasse erhalten. Angesichts der begrenzten Mittel von 650 Millionen Euro werden selbst erfolgreiche Kläger nur einen Bruchteil ihrer Forderungen erstattet bekommen. Das Urteil am 13. November markiert einen entscheidenden Schritt bei der Aufarbeitung eines der größten Finanzskandale Deutschlands.

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