04 April 2026, 18:15

Bezirksausschuss stoppt geplante 250-Betten-Unterkunft für Geflüchtete in Lochhausen

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Bezirksausschuss stoppt geplante 250-Betten-Unterkunft für Geflüchtete in Lochhausen

Pläne für eine 250-Betten-Unterkunft für Geflüchtete in der Lochhausener Straße vom Bezirksausschuss abgelehnt

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Die Pläne für eine Unterkunft mit 250 Plätzen für Geflüchtete in der Lochhausener Straße sind vom örtlichen Bezirksausschuss abgelehnt worden. Die Entscheidung folgt auf monatelange Proteste von Anwohnern, rechtliche Bedenken und Fragen zur Eignung des Geländes. Eine Petition mit tausenden Unterschriften war zuvor an die Stadtverwaltung überreicht worden, um gegen das Vorhaben zu protestieren.

Das Projekt stieß von Anfang an auf massiven Widerstand. Kirsten und Johann Oberhauser übergaben Stadttrat Tobias Ruff eine Petition mit 4.500 Unterschriften und forderten die Abschaffung der Pläne. Stattdessen sollten ihrer Meinung nach alternative Standorte geprüft werden.

Auch Juristen sprachen sich gegen das Vorhaben aus. Die Anwälte Benno Ziegler und Maximilian Schmid erklärten die Einrichtung für rechtlich unzulässig. Ihre Position wurde durch ein Gutachten des Augsburger Rechtsprofessors Martin Kment gestützt, der Zweifel an der Vereinbarkeit des Standorts mit den Bauvorschriften äußerte.

Der Bezirksausschuss selbst benannte mehrere Problemstellen. Das Gelände liegt im geschützten Grünzug Münchens, was den Bau einer Großunterkunft nur schwer rechtfertigbar macht. Zudem verwiesen die Verantwortlichen auf die schlechte Infrastruktur und fehlende Anbindungen an Siedlungsgebiete, was menschenwürdige Lebensbedingungen und Integrationsbemühungen erschweren würde. Ein weiteres Problem stellte der benachbarte Pferdestall dar, wo Lärm und Störungen durch 250 Bewohner zu Konflikten führen könnten.

Selbst bei einer Realisierung des Projekts wären Streitigkeiten über die Nutzung des Gebäudes vorprogrammiert gewesen. Der Stadtrat hatte einen Raum für Kinder- und Jugendarbeit gefordert, doch die lokale Grünen-Parteigliederung bestand darauf, dass dieser räumlich getrennt von der Hauptunterkunft sein und keinen unkontrollierten Zugang ermöglichen dürfe. Letztlich entschied der Ausschuss, dass eine soziale Nutzung des Geländes überhaupt nicht zulässig sei.

Die Ablehnung reiht sich in frühere Rückschläge für Geflüchtetenunterkünfte in Lochhausen ein. Vorschläge für Standorte in der Nähe der Bergstraße und im Gewerbegebiet wurden entweder abgelehnt oder nicht genehmigt. Stand April 2026 sind für den Bezirk keine weiteren umstrittenen Unterkünfte bestätigt.

Die Entscheidung bedeutet, dass die Stadt keine 250-Betten-Einrichtung in der Lochhausener Straße realisieren wird. Die Verantwortlichen müssen nun nach Alternativen für die Unterbringung von Geflüchteten suchen, während die Anwohner deutlich gemacht haben, dass sie große Bauvorhaben in der Gegend ablehnen. Der Schutzstatus des Grünzugs und die infrastrukturellen Grenzen bleiben zentrale Hürden für künftige Pläne.

Quelle