21 March 2026, 10:13

Berlins Lettering-Museum schließt nach jahrelangem Kampf um historische Neonbuchstaben

Eine Vintage-Postkarte mit mehreren Bildern von Berlin, darunter Architektur, Grünflächen und eine Statue, mit sichtbarer Handschrift auf der Oberfläche.

Berlins Lettering-Museum schließt nach jahrelangem Kampf um historische Neonbuchstaben

Berlins einzigartiges Lettering-Museum schließt am Montag nach Jahren des finanziellen Kampfes seine Türen

Die Sammlung umfasst rund 3.500 Neonbuchstaben, Schilder und komplette Leuchtreklamen – viele davon eng verbunden mit der DDR- und Nachkriegsgeschichte der Stadt. Zu den bekanntesten Exponaten zählt das "Dekorative Fisch"-Schild, das jahrzehntelang eine Friedrichshainer Hochhausfassade erleuchtete.

Die Museumsgründerin Barbara Dechant hat das Projekt mit Unterstützung von 120 Vereinsmitgliedern und einem ehrenamtlichen Team am Leben erhalten. Doch seit der Pandemie haben sich die Besucherzahlen halbiert, während steigende Energie- und Betriebskosten das Überleben unmöglich machten. Ohne gesicherte Finanzierung blieb die Schließung unvermeidbar.

Die Sammlung bewahrt historische Schilder von Läden, Bahnhöfen und Institutionen – Fragmente des Berliner Gedächtnisses. Ein Highlight ist die Neonreklame "Dekorativer Fisch" aus den frühen 1980er-Jahren mit schwungvollen Buchstaben und bunten Fischen. Ursprünglich prangte sie an einem märchenhaft anmutenden Plattenbau am Frankfurter Tor, wurde später demontiert und vor der Vernichtung gerettet, bevor sie ins Museum kam.

Bis Jahresende bleiben die Exponate vorerst an ihrem aktuellen Standort. Dechant und ihr Team werden dann nach Lagerräumen und einer neuen Institution suchen, die die Sammlung übernimmt. Ihre Vision umfasst ein Depot zur sicheren Aufbewahrung und die Möglichkeit, Teile – oder sogar die gesamte Sammlung – in künftigen Ausstellungen zu zeigen.

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Die Schließung wirft die Zukunft von 3.500 Neonbuchstaben in die Ungewissheit. Dechants Team muss nun einen Partner finden, der bereit ist, die Schilder zu lagern und zu erhalten. Bis dahin verharren die Stücke in der Schwebe – ihr kultureller Wert unangetastet, ihre öffentliche Präsentation jedoch auf Eis gelegt.

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