Bayerns Notlösungen: 16-Jähriger fast im Tor, 2010er-Jahrgang debütiert
Bert BiggenBayerns Notlösungen: 16-Jähriger fast im Tor, 2010er-Jahrgang debütiert
FC Bayern München steckte vor dem Champions-League-Spiel gegen Atalanta Bergamo in einer schweren Verletzungskrise. Sowohl die erste als auch die zweite Wahl im Tor fielen aus, sodass der Verein dem erst 16-jährigen Leonard Prescott fast ein Debüt in der Profimannschaft ermöglichen musste. Unterdessen schrieb der junge Mittelfeldspieler Filip Pavić Geschichte, indem er als erster im Jahr 2010 geborener Spieler in den Kader der Münchner für ein Pflichtspiel berufen wurde.
Die Torhüterknappheit traf den Rekordmeister hart vor dem Duell mit Atalanta. Sowohl Stammkeeper Manuel Neuer als auch sein Vertreter Sven Ulreich fielen verletzungsbedingt aus. Damit blieb Jonas Urbig als einzige einsatzbereite Option – obwohl auch er erst kurz zuvor seine volle Spielstärke zurückerlangt hatte. Wäre Urbig nicht in letzter Minute für fit erklärt worden, hätte der 16-jährige Prescott zwischen den Pfosten stehen müssen.
Im Mittelfeld sorgte Bayerns Nachwuchs für eine weitere Überraschung: Filip Pavić, der normalerweise für die U17 des Clubs aufläuft, saß auf der Bank. Seine Nominierung war ein Meilenstein, denn noch nie zuvor hatte ein im Jahr 2010 geborener Akteur es in den Kader der Bayern für ein Pflichtspiel geschafft. Pavić hatte erst im Dezember sein Debüt in der UEFA Youth League gegeben, doch Verletzungen von Spielern wie Aleksandar Pavlović ebneten ihm den Weg in den Profikader.
Nach 72 Minuten führte Bayern mit 4:0 gegen Atalanta, was Trainer Thomas Tuchel nutzte, um Pavić zu seinem ersten Einsatz in der Profimannschaft zu bringen. Der deutliche Spielstand bot dem Youngster eine entspannte Gelegenheit für seinen Einstand. Auch Atalantas Trainer Vincent Kompany hatte unterdessen seine Mannschaft umgestellt und mehrere Wechsel vorgenommen.
Die Situation im Tor hatte bereits im vorherigen Spiel für Aufregung gesorgt: Urbig stand beim 1:1 in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen in der Startelf, während Ulreich – frisch von seiner Verletzung zurück – bei seinem Einwechseln begeisterten Applaus erhielt.
Pavićs kurzer Auftritt sicherte ihm einen Platz in den Geschichtsbüchern des FC Bayern als jüngstem je nominierten Spieler für ein Pflichtspiel. Die Verletzungsmisere, besonders im Tor, zwang den Verein, auf ungetestete Talente zu setzen. Solange Neuer und Ulreich weiterhin ausfallen, könnten sich für weitere Nachwuchsspieler noch Chancen ergeben, bevor die Saison zu Ende geht.






