Bayern stellt Wölfe und Goldschakale unter Jagdrecht – was das bedeutet
Bert BiggenLandtag gibt grünes Licht für leichteres Wolfjagen in Bayern - Bayern stellt Wölfe und Goldschakale unter Jagdrecht – was das bedeutet
Bayern reformiert Jagdgesetz – Wölfe und Goldschakale jetzt dem Jagdrecht unterstellt
Bayern hat sein Jagdrecht grundlegend überarbeitet und damit weitreichende Änderungen im Wildtiermanagement eingeführt. Der Landtag verabschiedete kürzlich Reformen, die Wölfe und Goldschakale erstmals als jagdbare Arten einstuften. Die Neuregelungen geben Jägern und Grundbesitzern zudem mehr Entscheidungsbefugnisse bei der Bejagung.
Die Gesetzesänderung folgt auf eine deutliche Zunahme von Wolfsangriffen auf Nutztiere. Offizielle Zahlen zeigen, dass die Anzahl der in Bayern durch Wölfe verletzten Schafe von etwa 200 im Jahr 2019 auf über 1.500 im Jahr 2023 angestiegen ist. Besonders markant wurde der Anstieg ab 2021, wie Daten des Bayerischen Landesamts für Umwelt belegen.
Nach den neuen Vorschriften können Wölfe künftig leichter bejagt werden, um Weidetiere zu schützen – trotz ihres strengeren Schutzstatus in anderen Regionen. Die Reform vereinfacht zudem bürokratische Abläufe für Jäger und Grundeigentümer bei der Regulierung von Rehbeständen. Darüber hinaus wurde die Jagdzeit auf Rehwild auf Mitte April vorverlegt, angepasst an den früheren Vegetationsbeginn im Frühling.
Kritiker warnen jedoch vor ökologischen Folgen. Umweltschutzorganisationen befürchten, dass die gelockerten Jagdregeln zu Überweidung führen könnten, was wiederum die Risiken von Lawinen, Hochwasser und einer Verschlechterung der Wasserqualität erhöhe.
Das Gesetz verlagert die Verantwortung für das Wildtiermanagement stärker auf die lokalen Gemeinden. Jäger erhalten mehr Spielraum bei der Kontrolle von Wolfs- und Hirschpopulationen. Langfristig wird sich zeigen müssen, wie sich die neuen Regelungen in der Praxis auf Ökosysteme und den Schutz von Nutztieren auswirken.






