Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kultursymbole wie Dürers Hasen aus
Bert BiggenWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kultursymbole wie Dürers Hasen aus
Mehrere bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch regionale Kultursymbole
In mehreren bayerischen Städten werden klassische Fußgängerampeln zunehmend durch lokale Kulturfiguren ersetzt – eine Entwicklung, die sowohl Begeisterung als auch Debatten über Verkehrssicherheitsvorschriften auslöst. Während einige Motive wie Albrecht Dürers "Feldhase" in Nürnberg bereits installiert sind, stoßen andere auf bürokratische Hürden.
Nürnberg führte im Februar 2026 eine Fußgängerampel mit Dürers "Feldhasen" ein. Die grüne Figur markiert den 555. Geburtstag des berühmten Malers, dessen Todestag sich 2028 zum 500. Mal jähren wird. Die Stadtverwaltung brachte die Ampel in der Äußeren Laufer Gasse ohne höhere Genehmigung an und berief sich darauf, dass Kommunen ihre Verkehrssysteme selbst verwalten dürfen.
In Hof wird bald der beliebte Würstchenverkäufer "Wärschtlamo" auf den Ampeln zu sehen sein. Das Projekt war zunächst wegen Bedenken zur Verkehrssicherheit blockiert worden, erhielt später aber doch die Freigabe. Dachau hingegen plant, den Einsatz von Figuren in traditioneller bayerischer Tracht auszuweiten, nachdem Anwohner positiv auf die bestehenden Entwürfe reagiert hatten.
Die Augsburger "Kasperl"-Ampel in der Nähe des Theaters erforderte eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben. Straubing zeigt "Bruder Straubinger", München verfügt über drei "Pumuckl"-Figuren, und in Deggendorf wirft eine Frau auf der Ampel Knödel – ein weiterer Beitrag zur regionalen Vielfalt.
Das bayerische Innenministerium lehnt die individuellen Designs jedoch ab. Beamte argumentieren, dass standardisierte Symbole für Klarheit und Sicherheit sorgen, wie es die Straßenverkehrsordnung vorschreibt. Ausnahmen bleiben selten und unterliegen strengen Kriterien.
Der Trend zu kulturell geprägten Ampeln hält in Bayern weiter an. Während Städte wie Dachau und Hof ihre thematischen Figuren ausbauen, kämpfen andere mit Genehmigungsverfahren. Die Diskussion zeigt das Spannungsfeld zwischen regionaler Identität und einheitlichen Sicherheitsstandards.






