31 May 2026, 12:12

20 Jahre Informationsfreiheitsgesetz: Transparenz in der Krise

Kolumnist verliebt sich

20 Jahre Informationsfreiheitsgesetz: Transparenz in der Krise

Deutschlands Informationsfreiheitsgesetz (IFG) feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Das Gesetz ermöglicht Bürgern, Behördenakten anzufordern und einzusehen – doch seine Zukunft ist ungewiss. Aktuelle Enthüllungen und politische Vorstöße setzen die Regelung zunehmend unter Druck.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Im Laufe der Jahre hat das IFG zahlreiche brisante Fälle ans Licht gebracht. So deckte eine Untersuchung auf, dass es eine fortlaufende Abstimmung zwischen einem Regierungssprecher und einem Vertreter eines Privatunternehmens gab. Der Beamte Wolfram Weimer erhielt demnach weiterhin E-Mails vom Sprecher seines früheren Arbeitgebers. Eine weitere Offenlegung zeigte, dass eine NGO mit Verbindungen zum früheren CDU-Vorsitzenden Armin Laschet Millionen an öffentlichen Geldern erhielt – ohne nachweisbare Erfolge.

Organisationen wie FragDenStaat nutzen das IFG wöchentlich, um staatliches Handeln transparent zu machen. Doch der Zugang zu Informationen gestaltet sich oft schwierig. Behörden wehren Anfragen häufig ab, und Antragsteller benötigen nicht selten juristische Unterstützung, um an Unterlagen zu gelangen.

Zudem mehren sich die politischen Angriffe auf das Gesetz. Der CDU-Politiker Philipp Amthor forderte während der Koalitionsverhandlungen gar dessen Abschaffung. Die SPD blockierte den Vorstoß, doch ihre langfristige Haltung bleibt unklar. Kürzlich schwächte die Berliner Landesregierung das Gesetz weiter ab, indem sie die Ablehnungsgründe für Anfragen unter Verweis auf Sicherheitsbedenken ausweitete.

Ob das IFG Behörden künftig noch wirksam kontrollieren kann, hängt nun vom politischen Willen und öffentlichem Druck ab. Zwar hat das Gesetz wichtige Enthüllungen ermöglicht – doch seine Wirksamkeit schwindet, je mehr Hürden den Zugang erschweren. Ohne stärkere Schutzmechanismen könnten künftige Untersuchungen auf noch größere Hindernisse stoßen.

Quelle